Vergebung

Eine schwere Lektion und dennoch so wichtig, um die Seele und das Herz zu erleichtern. Sicher fällt es am schwersten sich selbst du vergeben. Heute möchte ich den Versuch unternehmen, mir für eine der größten Nachlässigkeit zu vergeben. Der Unverantwortlichkeit mir selbst gegenüber.

Sinnsuche funktioniert nicht nach dem Prinzip der analytischen Selbstreflexion. Ich bin dem Trugschluss erlegen, dass ich die Antworten auf meine Frage erhalte, weil ich die Fragen stelle. Dies ist allerdings gar nicht der Fall. Kennt ihr das Sprichwort, dass es gar nicht so sehr auf die Antwort ankommt, sondern vielmehr auf die Frage? Und man darf nicht schummeln, indem man die Frage zur gesuchten Antwort macht. Ich wollte wissen, wer ich bin und wer ich sein kann. Erfahren habe ich, was ich für mich nicht bin. Das ist wohl Ironie des Schicksals oder aber des Universums. Ich habe gelernt, dass ich mir nicht genug Bedeutung zugeschrieben habe, um mich und meine Bedürfnisse und meine Träume, Hoffnungen und Wünsche, die mich seit so vielen Jahren begleiten, wirklich ernst und für wahrhaft zu nehmen. Immerzu habe ich meine Ziele mit Luftschlössern gleichgesetzt, mich belehren lassen, indem ich geglaubt habe, wenn die Menschen mir gesagt haben, ich sei nicht standhaft, sondern sprunghaft und deshalb seien meine Träume nicht von Dauer, es sei verschmerzbar, wenn ich meine Träume jetzt nicht verwirklichen könne und ich solle prüfen, ob es sich um Hirngespinste handele oder sich meine Wünsche und Hoffnungen in Schall und Rauch auflösen, wenn ich eine Zeit lang abwarte. Ich habe mich ausbremsen lassen, durch die scheinbare Vernunft, den Verstand, der über Herz und Herzensangelegenheiten obsiegt. Ich habe nicht auf meine Intuition gehört, sondern den Erwartungen meiner Mitmenschen und dem guten Ton sowie der Konvention entsprochen.

Heute weiß ich, dass ich mir in den vergangenen Jahren auf den unterschiedlichsten Ebenen und den verschiedensten Lebensbereichen mehr Wert hätte sein sollen. Ich hätte mich nicht von mir selbst wegtreiben lassen dürfen durch das Urteil anderer, die stellvertretend für mich, sicher mit guten Absichten, für mich entschieden haben, was das Beste ist und woran ich festhalten und wofür ich kämpfen soll. Ich gebe gerne Entscheidungen ab, weil ich immer gedacht habe, ich würde mich schwer damit tun Entscheidungen zu treffen, weil die Konsequenzen unabsehbar sind und ich nicht bereit bin, diese in Verantwortung zu tragen.

Dieses mentale Konzept entspricht aber nicht der Realität, denn Realität ist nicht objektiv und unverrückbar. Ich kann einen großen Teil konstruieren und auf mich und meine Bedürfnisse abstimmen, kreativ werden und mein Leben gestalten.

Es war eine große Überraschung für mich festzustellen, dass ich sehr wohl in der Lage bin, Entscheidungen mit einem guten Gefühl zu fällen. Ich bin mir selbst verpflichtet, Verantwortung für mein Leben zu übernehmen und achtsam zu sein. Ich habe mich selbst vernachlässigt und das Leben und die Träume Anderer gelebt, die ich liebe und geliebt habe und die ich auf diese Weise glücklich machen wollte. Jetzt ist es an der Zeit mich selbst glücklich zu machen und zu lieben, aufrichtig, irgendwann.

Ein Gedanke zu “Vergebung

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