Zukunft, Reise und Angst vor der eigenen Courage

Ich war gerade eine Woche auf Studienfahrt in Prag. Ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert, mit halbwegs erwachsenen Schüler, die laut tschechischem Jugendschutzgesetz erst mit 18 Jahren Bier trinken dürfen, eine Abschlussfahrt nach Prag zu machen…ohne Worte, ich weiß, aber das Fahrtenkonzept unserer Schule sieht das eben so vor und als brave Beamtin folgt man natürlich den Richtlinien:) Den Schülern hat es auf jeden Fall trotz Regen und Kälte gut gefallen…ihr könnt euch sicher vorstellen warum 🙂

Nun steht eine weitere Reise an, meine erste richtige Fernreise wenn man so möchte. Es geht nach Israel. Für mich als Geschichtslehrerin ist dieses Unterfangen sicher etwas ganz besonderes und sehr aufregend. Vor allem aber weil ich noch nie den europäischen Raum verlassen habe und dann gehts direkt in ein politisch sehr instabiles Gebiet, dementsprechend panisch bin ich. Der so genannte „Nahe Osten“ ist für mich bis jetzt ein abstrakter Begriff, wenngleich ich mich jeden Tag darüber ärgere, wie unfassbar abgestumpft ich bin, wenn es um die tagesaktuellen Meldung geht, die uns hinsichtlich des Nahost-Konflikts täglich erreichen. Ich mache mir sicher keinerlei Vorstellung davon, wie es ist, in einem Land zu leben, das seit jeher so zerrüttet ist und in dem Krieg und Tod und die Bewältigung einer unfassbar traurige Geschichte auf der Tagesordnung stehen.

Ich werde gerade ein bisschen panisch, wenn ich darüber nachdenke, in welche Gefahr ich mich begebe, auch wenn ich weiß, dass jetzt einige genervt die Augen verdrehen, aber für mich fühlt es sich zumindest so an. Im Grunde ist diese Reise ein wichtiger Schritt für mich, weil es zu meinem Plan gehört, Ängste zu überwinden. Und ja ich habe Angst, ständig, nach jeder Meldung über ein Attentat, die uns erreicht. Mit ist sicherlich bewusst, dass man nirgends auf der Welt wirklich sicher ist und ich hasse dieses Gefühl. Diese schleichende Furcht, die lähmt und verwirrt. Wir sind in Frieden aufgewachsen und ich erkenne erst jetzt, welches Geschenk diese friedvolle Zeit gewesen ist. Aber eben in gewisser Hinsicht auch ein Trugschluss. Denn Frieden sollte allen Menschen vergönnt sein und wirklich glücklich und zufrieden dürften wir alle erst sein, wenn Sicherheit und Unbeschwertheit für jeden Menschen auf der Welt garantiert wären. Utopie hin oder her, ich wünsche mir diesen Zustand schon immer und ich gebe die Hoffnung nicht auf. Viel beigetragen habe ich sicherlich nicht, aber ich möchte wenigstens verstehen und mitfühlen können, das schulde ich der Mitmenschlichkeit, deren Empfinden uns doch alle auszeichnet.

Ich bin so aufgeregt, hoffnungsvoll und gespannt, was mich erwartet. Ich werde berichten.

Ein Gedanke zu “Zukunft, Reise und Angst vor der eigenen Courage

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s